Organisieren und verwalten

Fotos archivieren und verwalten

Fotos archivieren und verwalten ist eine wichtige Aufgabe für die, die viele Hunderte oder Tausende Fotos machen. Wer möchte die alle durch einen Fehler verlieren? Niemand. Und doch ist das Risiko hoch, dass du alle deine Fotos mit einem Schlag verlierst. Sei es eine defekte Festplatte oder ein Fehler, der die Daten gelöscht hat. Von Trojanern und sonstiger Schadsoftware wollen wir hier gar nicht sprechen. Es ist daher wichtig, die Fotos richtig und sicher zu archivieren.

Ich zeige dir meinen Workflow und wie ich die Fotos verwalte. Ich bin kein Berufsfotograf und fotografiere auch nicht sehr viele Fotos am Stück, wie beispielsweise in der Hochzeitsfotografie. Meine Tipps sind also für Hobby Fotografen gedacht. Du wirst viele Punkte finden, die du ändern kannst und für deine Zwecke anpassen wirst. Wichtig ist, dass du einen durchdachten Plan hast, wie du die Fotos vor der Vernichtung schützen und archivieren kannst.

Newsletter Anmeldung: Immer die neuesten Infos bekommen. Einfach E-Mail-Adresse eintragen.
Mehr Infos zum Newsletter und Datenschutz.


Mein Workflow

Wie archiviere ich meine Fotos?

Ich habe meinen Workflow einmal aufgezeichnet. Die Grafik zeigt die Stationen, die meine Fotos durchlaufen und die unterschiedlichen Archivierungsschritte. Angefangen vom Import, über die Sicherung auf einer externen Festplatte, die Cloudspeicherung und die Datensicherung. Hier ist mein Workflow mit Tipps zur Archivierung deiner Fotos. So das nichts verloren geht!

Speichern der Fotos in der Kamera (1)

Das Aufheben von Speicherkarten ist keine ausreichende Archivierung der Fotos.

Viele heben die Speicherkarte auf, wenn sie voll ist, und haben dadurch eine Sicherung der Fotodateien in der Schublade. Da die Speicherkarten nicht so teuer sind, ist das durchaus eine Lösung. 64 GByte kosten ungefähr 15 Euro und können mehr als 2.000 RAW – Aufnahmen speichern. Die Angaben, wie lange diese Karten halten, sind unterschiedlich. Aber alle sind sich einig, dass sie 10 Jahre halten müssten. Ja, müssten – denn eine Garantie darauf gibt es nicht. Ich hebe die SD-Karten nicht mehr auf, seit ich die kleinen Dinger, die ich mal zur Seite gelegt hatte, nicht wiederfinde. Auch die Beschriftung ist schwierig. Der eine oder andere unter euch wird da sicherlich ein besseres System haben.

Ein Fehler, den ich gemacht habe ist, dass ich die Fotos nicht im RAW-Format fotografiert habe. Ich habe die Möglichkeiten, die sich dadurch bieten einfach unterschätzt. Der Nachteil, wenn du im RAW-Format fotografierst, ist hauptsächlich die notwendige Nachbearbeitung, bzw. Entwicklung und die Zeit, die du damit verbringst. Wer das nicht möchte, sollte die Kamera so einstellen, dass sie RAW und JPG Dateien gleichzeitig abspeichert. Das kannst du machen, wenn es deine Kamera unterstützt. Der zusätzliche Speicherverbrauch ist zu verschmerzen. Später hast du dann immer noch die Möglichkeit der umfangreicheren Nachbearbeitung. Mehr Infos zum RAW-Format findest du hier …

Kopieren und Import der Fotos (2, 3)

Für das Kopieren der Fotos auf meine Festplatte nutze ich Lightroom. Der Import und das Kopieren läuft also mit Hilfe dieses Programms. Ich nutze verschiedene Einstellungen, die die Archivierung der Fotos unterstützen und die Weiterbearbeitung erleichtern. Alle unten aufgeführten Schritte werden durch das Drücken eines Buttons in Lightroom abgearbeitet. Ich muss also nicht viel tun, außer eines: Warten.

Punkt 1

Kopie im DNG-Format

Wie bereits erwähnt fotografiere ich im RAW-Format. Ich habe den Zwischenschritt, die Umwandlung in das DNG-Format gewählt.

Was ist das DNG-Format und warum verwende ich es?

Stephan Wiesner beschreibt in seinem Blogeintrag einige Vor- und Nachteile. Ich nehme es DNG-Format aus einem einzigen Grund. Die Bearbeitungsdaten und Metadaten werden nicht, wie bei der RAW-Datei in einer zweiten Datei gespeichert, sondern in der DNG-Datei selbst. Du brauchst also nicht auf zwei Dateien Acht geben, sondern nur auf die eine. Das ist für mich der wesentliche Vorteil. Konkret heißt das, dass die Anpassungen, die ich vornehme, verlustfrei in der DNG-Datei gespeichert werden.

Beim Importvorgang wird die Fotodatei in dem DNG Format auf meine Festplatte kopiert.

Punkt 2

Sicherung der Originaldateien

Im gleichen Schritt schließe ich eine externe Festplatte an und Lightroom archiviert mir die Originaldatei. Ich habe also immer eine Kopie aller Dateien, die sich auf der Speicherkarte befinden. Durch die Angabe des Ordnernamens kannst du das dann zusätzlich organisieren, zum Beispiel nach Jahreszahlen oder Quartalen.

Punkt 3

Dateinamen anpassen

Das muss man nicht machen, aber ich finde es gut, wenn man aufgrund des Dateinamens erkennen kann, um was es sich handelt. Daher vergebe ich bei jedem Importvorgang einen Namen, der der durch Datum und einen Zähler ergänzt wird. Der Dateiname gilt für die kopierte DNG-Datei.

Punkt 4 und 5

Fotobearbeitung vorbereiten

Das hat mir der Archivierung deiner Fotos nichts zu tun, erleichtert aber die Arbeit. Beim Import wende ich bereits Presets, bzw. Vorlagen an. Das sind Grundeinstellungen, die ich ansonsten später manuell vornehmen würde. Beispielsweise die Erhöhung der Tiefen und das Absenken der Lichter. Später kann ich das fein justieren.

Punkt 6 und 7

Verwaltung von Fotos erleichtern

Neben der Verwaltung der Fotos durch die Ordnerstruktur verwende ich Stichworte. Diese befinden sich in der Lightroom Datenbank und können entsprechend gefiltert und sortiert werden.

Alle importieren Fotos werden in einen Bearbeitungsordner kopiert. Wir erinnern uns, dass das bei mir die DNG-Fotos sind.

Zusammenfassung Import der Dateien

Das hört sich alles umfangreich und kompliziert an. Ist es aber nicht! Du legst diese Einstellungen einmal fest und alles was du dann machen musst, ist Folgendes:

1. Speicherkarte einlegen
2. Lightroom starten
3. Externe Festplatte anschließen
4. Button zum Import drücken

Mein Fazit

Während des Kopiervorganges von der Speicherkarte wird die erste Sicherungskopie erstellt und ich archiviere die Fotos.

Weg mit schlechten Fotos

Fotos aussortieren

Die importierten Fotos befinden sich jetzt als DNG-Dateien an einem Ort auf meiner Festplatte. Nun kommt der Prozess des Sichtens und Aussortierens. Die meiner Meinung nach schlechten Fotos werden von mir entfernt. Ich lösche sie also endgültig. Es gibt nur noch eine Kopie des aussortierten Fotos, und zwar auf der externen Festplatte (so wie ich es oben beschrieben habe). Wie finde ich die Fotos, die nicht so gut sind? Das habe ich in einem anderen Beitrag beschrieben: Fotos aussortieren in 3 Schritten.

Cloudspeicher nutzen (4)

Fotos in der Cloud zu archivieren, ist eine gute Möglichkeit, die Dateien an einem anderen Ort zu speichern.

Du solltest die Kopien der Fotos nicht nur in der eigenen Wohnung haben, sondern auch an einem anderen Ort lagern. Eine Möglichkeit zur externen Archivierung deiner Fotos ist die Nutzung eines Clouddienstes. Natürlich kannst du auch eine Festplatte bei Freunden oder an anderen Orten lagern. Gute Erfahrungen mit meinem Mac habe ich mit den Cloudanbietern Dropbox, Google Drive und OneDrive gemacht. Die Synchronisation der Dateien läuft im Hintergrund. Die Kosten betragen ungefähr 100 Euro pro Jahr mit einem Terabyte Speicher. Bei Microsoft bekommst du obendrauf noch die Office 365 Software.

Nachdem ich die Fotos importiert habe, werden diese in einem Ordner gesammelt. Dieser Ordner wird bei mir nicht mit dem Cloudspeicher synchronisiert. Erst dann, wenn ich die schlechten Fotos aussortiert habe und zusätzlich JPG Bilder erstellt habe werden die Fotos in einen anderen Ordner verschoben, der sich mit der Cloud sychronisiert.

Einen Nachteil hat das Ganze in der Cloud. Wenn du versehentlich ein Foto oder gar einen ganzen Ordner löscht, verschwinden die Dateien auch in der Cloud. Hier musst du schauen, ob es bei deinem Anbieter noch zusätzliche Einstellung gibt, die dies verhindern. Ansonsten kannst du in der Regel Dateien, die du gelöscht hast, 30 Tage rückwirkend wieder herstellen. Vorausgesetzt, du merkst es rechtzeitig.

Noch mehr Sicherungen

Die Datensicherung deines Rechners (5)

Es hat doch jeder eine regelmäßige Datensicherung seines Rechners, oder etwa nicht? Solltest du deine Daten nicht regelmäßig sichern, rate ich dir dringend, das ab jetzt zu tun. So eine Festplatte ist ein empfindliches Teil. Wenn die Platte kaputt ist, sind deine Daten weg. Unwiederbringlich. Bei der Datensicherung werden natürlich auch unsere Fotos mit gesichert.

Mein Fazit: Unbedingt eine regelmäßige Datensicherung machen.

Startseite Pixelwo.de

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Anregungen zur Archivierung deiner Fotos geben. Du musst das nicht genauso machen wie ich. Überlege dir eine Strategie, wie du deine Fotos in unterschiedlicher Form an unterschiedlichen Orten sichern kannst.

Hier noch einmal die zusammenfassende Grafik.

Deine Meinung

Sicherst Du Deine Fotos auch mehrfach? Wie sieht deine Strategie aus?

Ich freue über einen Kommentar von Dir.