Fotos aussortieren. In 3 Schritten.

Das kennt bestimmt jeder. Von einem Ausflug, Familientreffen, Urlaub oder Foto-Walk kommst du mit hunderten von Fotos zurück. Jetzt gilt es, Fotos auszusortieren. Doch wie mache ich das am einfachsten?

Du sagst, du hast das Problem nicht? Dann machst du etwas falsch. Ganz wichtig (ich habe es viele Jahre nicht gemacht):

Mache viele Fotos aus unterschiedlichen Positionen und nimm auch mal eine andere Blende oder Belichtung! Fotografiere im RAW Format!

Ich möchte dir hier kurz meine Workflow vorstellen. Vielleicht hast du noch bessere Vorschläge oder arbeitest anders. Dann schreib doch bitte einen Kommentar, wie du das Problem löst.

Meine Fotobearbeitung mache ich mit Lightroom. Die Tipps und Tricks gehen aber auch mit jedem anderen Fotobearbeitungsprogramm.


Vorbereitung

Zuerst importiere ich die Fotos per Lightroom in einen Ordner. Ich habe den sinnvollerweise “import” genannt und er befindet sich auf meiner lokalen Festplatte. Stichworte, Dateiname, Metadaten und anderes lege ich vorher fest. Ein kleiner Tipp: ich lasse die gleich in das DNG Format umwandeln. Es gibt hierfür Vor- und Nachteile. Stephan Wiesner hat sie in einem kleinen Blogartikel beschrieben. Der Grund für Umwandlung vom ursprünglichen RAW Format in DNG ist, dass die EXIF Daten direkt in der DNG-Datei gespeichert werden können. Das macht den Austausch mit anderen Speichermedien oder Rechnern einfacher.


  1. Schritt: Der grobe Überflug

Im ersten Schritt folgst du deinem Gefühl. Blätter die Fotos einmal durch. Es werden nur die Fotos aussortiert, die mir überhaupt nicht gefallen. Ich achte dabei auf den Gesamteindruck und störende Elemente. Da die Belichtung bei RAW Dateien noch nachträglich geändert wird, ist sie im ersten Schritt kein Entscheidungskriterium.

In Lightroom gehst du am besten so vor: Leertaste, mit der Taste L den Hintergrund ausblenden, mit Taste X zum Löschen markieren.

Das erste Foto habe ich aussortieren, weil das Rad beschnitten war. Schonmal ein Foto weniger.


 2. Schritt: Über- oder Unterbelichtung

Nach der ersten Durchsicht gibt es immer noch viele doppelte Fotos, die genauer betrachtet werden müssen. Dazu gehst du in eine Ansicht, bei der du das Histogramm sehen kannst. In Lightroom einfach die Taste D für Bearbeitungsmodus. Du solltest dir nun anschauen, ob links oder rechts eine Über- oder Unterbelichtung vorliegt.

Histogramm

Lightroom: In den kleinen Kästchen links und rechts oben kannst du das aktivieren. Bei mir schaut das dann so aus:

Nun schaust du, ob du das durch die Regler “Weiß oder Schwarz” minimieren kannst. Fest steht, dass bei den angezeigten Flächen (hier blau und rot) keine Strukturen mehr zu sehen sind. Wirf das Foto weg, bei der größere Flächen über- oder unterbelichtet sind.

3. Schritt: Bildgestaltung

Ein wesentlicher Faktor für das gelungene Foto ist die Bildgestaltung. Gibt es eine Vordergrund, wird etwas abgeschnitten. Sind störende Dinge vorhanden, wirkt das ganze harmonisch und so, wie du es dir vorgestellt hast.

Für die Bildaufteilung kannst du dir in Lightroom, aber auch in vielen anderen Programmen, Hilfslinien anzeigen lassen.

Wirf das Foto weg, dass eine schlechtere Bildgestaltung aufweist.

Lightroom: Drücke die Taste R. Nun kannst du mit der Taste O die verschiedenen Hilfslinien anzeigen lassen. Für einige der Linien gibt es alternative Darstellungen. Drücke dazu die Taste Shift O.

In meinem Beispiel habe ich das erste Foto aussortiert, bei dem die Räder unten beschnitten waren. Das vierte Foto habe ich entfernt, weil links zu wenig Luft war.

Hier das Foto, das übrig geblieben ist:

Strassenbahn Museum Sende - Auto

Checkliste und Zusammenfassung

  1. Erste Sichtung, durchblättern, vergleichen, Nicht akzeptable Fotos löschen
  2. Belichtung prüfen, ISO prüfen
  3. Gestaltung prüfen

Ich habe hier meinen persönlichen Workflow beschrieben. Vielleicht hast du Verbesserungsvorschläger oder einen anderen Workflow. Hinterlass einfach einen Kommentar oder Link auf Deine Website.