Almabtrieb. Der perfekte Reisetag.

Wie sieht der perfekte Reisetag aus? Ich behaupte, solch einen Tag gibt es nicht, denn perfekt bedeutet “frei von Mängeln”. Ich gestehe, da habe ich im Duden nachgesehen. Es gibt Tage, die wir als sehr schönen Tag in Erinnerung haben und solche, an die wir uns ungern erinnern. An den Almabtrieb erinnere ich mich gern.

Sabine feiert mit ihrem Blog Ferngeweht ihren seinen 4. Geburtstag und ruft die Blogger auf, ihren perfekten Reisetag vorzustellen. Das will ich gerne machen.


Vorgeschichte

Im letzten Jahr waren wir in Bayern. Was fällt einem Norddeutschen ein, wenn er an Bayern denkt? Nein, nicht das Bier. Oder doch? Egal, später fallen dir bestimmt noch saftige Wiesen und Kühe ein. Es war die Zeit des Almabtriebs, der zwischen Mitte September und Mitte Oktober stattfindet. Je nach Region unterschiedlich. Die Kühe werden an einem Tag von den Bergweiden ins Tal getrieben, wo sie im Stall auf den Bauernhöfen überwintern.


Auf der Suche nach einem Almabtrieb

Da wir, wie gesagt zu der Zeit am Tegernsee Urlaub machten, wollten wir auch einen Almabtrieb sehen. Es war gar nicht so leicht, im Internet einen zu finden, der in der Nähe war und in den zwei Urlaubswochen stattfand. Das lag auch daran, dass der Abtrieb in dieser Gegend Viehscheid heißt. In der Vergangenheit hatten wir schon einmal einen Almabtrieb erlebt. Einen recht Großen, der anschließend in einem vollen Bierzelt endete. Unsere Wahl fiel auf Kreuth. Ein beschaulicher Ort, nicht weit entfernt.


Warten, warten, warten

Der Tag kam – und auch der Regen. Das Lustige am Almabtrieb ist, dass man nur ungefähr sagen kann, wann die Kühe im Ort ankommen. Wir fuhren also frühzeitig los, um nichts zu verpassen. Es waren nicht viele Touristen dort, daher klappte das mit dem Parken. Wir stellten uns an die Straße, wo die meisten Menschen mit ihren Regenschirmen warteten. Ich suchte mir einen vorteilhaften Platz, um Fotos zu machen. Das Warten begann.


Da kommen sie!

Jetzt ging alles ganz schnell. Das Läuten der Kuhglocken kündigte es an. Die Kühe kamen. Getrieben von den Männern und Frauen. Bunt geschmückt ging es durch den Ort. Am Ende der Kuhherde reihten sich die Menschen ein. An der Kirche vorbei auf die Wiese. Eine Prozession von Regenschirmen.

Angekommen auf der Weide fingen die Kühe gleich mit grasen an. Ich versuchte noch das eine oder andere Foto zu machen um dann den Tag mit einem Spaziergang in die wolkenverhangenen Bergwiesen zu beenden. Lustig, das erinnert mich ein wenig an einen Western, wo der Held zum Schluss in den Sonnenuntergang reitet. Nur diesmal mit Regen.


Warum war das ein perfekter Tag?

Weil der Tag, wie ein Überraschungsei war.

Wir haben gesucht und gefunden. Dann kam die Spannung. Das Warten auf die Überraschung, den Einzug der Kühe. Danach der Genuss: die Kühe, die Landschaft, das Läuten der Kuhglocken und abschließend das friedliche Grasen der Kühe am Ziel.

Ein Spruch, der auf der Stirn der Kuh zu lesen war, ist mir seit diesem Tag in Erinnerung geblieben.

Da Summa is umma!


Ja, aber das Wetter, wirst du sagen.

Nun, Überraschungseier schmecken auch bei Regen.


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